Oliven am Weg zum C'an Pelat
Fischerhaus in Rowe, Aquarell 1936
Der Gaukler, (Öl) 1913
Ulrich Leman
Die Geister, Aquarell 1932
Düsseldorf - Danzig - Wetzlar -Deià (Mallorca)
Die Pinien von Son Banza
Stilleben mit Lampe, (Öl) 1928
(1885-1988)
ULRICH LEMAN im Jahre 1929
Ulrich Leman ist einer der weniger bekannten Maler des "Rheinischen Expressionismus". Nach einer vielseitigen künstlerischen Ausbildung und archäologischem Studium wird der Enkel des der Düsseldorfer Kunstakademie und Eduard von Gebhardt nahestehenden Malers Fritz Gerhardt 1919 Gründungsmitglied der progressiven Künstlerbewegung "Das Junge Rheinland". Bald ist er der erste Meisterschüler Heinrich Nauens und malt neben seinem Freund Gert Wollheim und späteren Berühmtheiten wie Otto Dix , Max Ernst und Otto Pankok im Umfeld der legendären Mutter Ey.

Wegen seiner Ablehnung der Franzosenherrschaft über das Rheinland politischer Verfolgung ausgesetzt, flüchtet er auf den Balkan, bereist mit Theodor Däubler 3 Jahre lang Griechenland, schließt dort eine lebenslange Freundschaft mit Maxim Gorki und besucht Rom, die Inseln Capri und Mallorca. Mitte der zwanziger Jahre malt er wieder in Deutschland, wo er auf großen Ausstellungen u.a. in Warschau zusammen mit August Macke, Klee, Feininger, Schmidt-Rotluff und seinem Vetter Felix Meseck ausstellt. Er erhält wichtige Preise und wird in der Fach-Presse gefeiert. 1927 reist er mit Jean-Paul Schmitz, Gert Wollheim und Johanna Ey zum ersten Mal nach Deià auf Mallorca .
Er lernt den Dichter-Maler Jacobo Sureda aus Valldemosa und dessen mallorquinische Familie kennen und wird in Deyá 1933 als Nachbar von Robert Ranke-Graves ansässig. Der Krieg treibt ihn zurück nach Deutschland, wo seine wichtigsten Werke im Feuer der brennenden Galerie Schaumann in Essen zerstört werden. Andere muß er bei der Flucht aus Danzig zurücklassen. In der Nähe Wetzlars findet der nun verarmte und schon sechzigjährige Expressionist eine neue Bleibe. Erst Ende der 50er Jahre kehrt er nach Deià zurück. Sein Alterswerk findet im modernen Spanien gebührende Anerkennung durch  Preise des Königshauses und der autonomen Region Balearen. Joseph Beuys besucht ihn 1969 in seinem Atelier und kauft einige seiner Bilder. Er trifft sich mit Picasso. In Deutschland wird er außerhalb seiner Nachkriegsheimat Wetzlar nur wenig wahrgenommen, bis die Stadt Düsseldorf zu seinem 100. Geburtstag eine vielbeachtete Gedenkausstellung organisiert, wenige Monate nach der breiteren Ausstellung "Am Anfang: Das Junge Rheinland". Presse, Radio und Fernsehen interessieren sich nun brennend für den Jubilar, der so lange stille Zuflucht fand im "Paradies der Farben".

Am 22.4.1988 stirbt Ulrich Leman friedlich im Alter von 102 Jahren in seinem Anwesen C'an Pelat am Berghang über den Dächern von Deià.


Kontakt:Leman@Leman.de

Copyright 2001 - Autor: Dr.Joachim Leman

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